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ADAC gegen Mitglieder: Wenn der Pannenhelfer zur Erziehungsanstalt wird

ADAC

Der ADAC steckt in einer selbstgemachten Krise. Anstatt sich auf sein Kerngeschäft – Pannenhilfe und Interessenvertretung der Autofahrer – zu konzentrieren, betätigt sich die Führungsebene als politischer Arm der Verkehrswende. Die Quittung folgt prompt: Eine Austrittswelle rollt.

Der Auslöser: Preistreiber statt Interessenvertreter

Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand (60) sprach sich öffentlich für höhere Spritpreise und eine CO2-Bepreisung aus, um den Umstieg auf E-Autos zu erzwingen. Seine Logik: „Die Leute brauchen den Anreiz, um auf klimaschonende Alternativen zum Diesel und Benziner umzusteigen“.

Das kommt bei der Basis nicht an. Mitglieder zahlen Jahresbeiträge zwischen 54 und 139 Euro für Absicherung im Notfall, nicht für „grüne Anti-Verbrenner-Propaganda“ oder Belehrungen zur Erderwärmung.

Die Reaktion: Massenkündigungen und PR-Desaster

Die Konsequenzen sind messbar:

  • Austritte: Bereits 5.000 Mitglieder haben gekündigt.
  • Keine Entschuldigung: Der ADAC weigert sich, sich zu entschuldigen.
  • Schadensbegrenzung: Man spricht intern von einem „Missverständnis“. Hillebrand habe eigentlich Entlastungen im Gegenzug für CO2-Preise gemeint, sich aber unklar ausgedrückt.

Das Interview in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ war jedoch eindeutig: Hillebrand warnte explizit davor, Klimaschutzziele oder das Verbrenner-Aus zu lockern.

Das Stimmungsbild: „Asozial“ und „Absurd“

Die Reaktionen in den Kommentarspalten und sozialen Netzwerken sind vernichtend und zeigen, wie tief der Riss zwischen Funktionären und Mitgliedern ist:

  • Soziale Kälte: Nutzer Detlef J. bringt es auf den Punkt: „Höhere Preise zu fordern kann nur, wer persönlich über zu viele finanzielle Mittel verfügt. Es ist und bleibt asozial.“
  • Realitätsferne: Frank S. kommentiert sarkastisch mit Blick auf die Zukunft: „…in Zukunft wird in Deutschland wieder der Eselkarren das Fortbewegungsmittel der Zukunft sein. #Stadtbild“.
  • Wettbewerbsvorteil: Zweitgeist prognostiziert, dass die Austrittszahlen schnell fünfstellig werden könnten und verweist auf die Konkurrenz: „Testsieger wurde das Schutzbriefangebot des ACV Automobil-Club Verkehr.“ Andere Alternativen wie BAVC oder ACE rücken nun in den Fokus.
  • Glaubwürdigkeitsverlust: Für Dieter L. hat sich der Verein „ad absurdum geführt“.

Fazit

Der ADAC vergisst, wer ihn finanziert. Wenn ein Automobilclub aktiv gegen die finanzielle Machbarkeit individueller Mobilität lobbyiert, macht er sich überflüssig. Die Konkurrenz (ACV, AvD, Schutzbriefe der Versicherer) dürfte sich über den unfreiwilligen Marketing-Boost aus der Münchner ADAC-Zentrale bedanken.

Analyse von Prof. Dr. Christian Rieck: https://www.youtube.com/watch?v=T_HjJAR6oDw

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