Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt aktuell vor einer „extremen Lage“ durch das Sturmtief „Elli“. Für Norddeutschland und weite Teile des Ostens bedeutet dies massiven Schneefall, gefährliche Schneeverwehungen und extreme Minusgrade. Während Wintersportler im Harz oder auf Rügen auf ihre Kosten kommen, stellt der Schneesturm Elli die Fahrzeugtechnik und die Verkehrsinfrastruktur vor massive Herausforderungen.
Die Wetterlage: Schnee, Eis und der „Lake-Effect“
Ab Donnerstagabend zieht von Südwesten her neuer Schneefall über den Norden. Laut Experten wie Frank Böttcher und Sebastian Wache ist die Situation zwar nicht mit der Katastrophe von 1978/79 vergleichbar, dennoch handelt es sich um eine Wetterlage, die nur alle 10 bis 15 Jahre auftritt.
- Neuschnee-Prognose: In einem Streifen von der Nordsee bis in den Osten werden verbreitet 10 bis 20 Zentimeter Neuschnee erwartet. Im Harz und im Weserbergland können es bis zu 25 Zentimeter sein.
- Schneeverwehungen: Durch stürmische Böen aus Osten entstehen Verwehungen zwischen 20 und 50 Zentimetern. Meteorologen sprechen aufgrund der Kombination aus Wind und Schnee lokal von Blizzard-Bedingungen, die Straßen unpassierbar machen.
- Lake-Effect: Besonders in Schleswig-Holstein wird am Samstag mit zusätzlichem kräftigem Schneefall gerechnet. Kalte Luft über der noch warmen Ostsee führt hier zur Bildung von intensiven „Schauerstraßen“.
- Temperatursturz: Ab Sonntagabend drohen bei klarem Himmel Tiefstwerte von bis zu -20 Grad Celsius.
Auswirkungen auf den Verkehr und die Infrastruktur
Die Behörden raten dringend dazu, das Auto stehen zu lassen und unnötige Wege zu vermeiden. Die Auswirkungen sind bereits jetzt im gesamten Norden spürbar:
Schienen- und Flugverkehr
Die Deutsche Bahn hat den Fernverkehr nach Kiel, Rostock, Westerland und auf die Insel Rügen bereits eingeschränkt. ICE-Züge fahren auf Schnellfahrstrecken wie Berlin-Wolfsburg oder Hannover-Würzburg mit reduzierter Geschwindigkeit (maximal 200 km/h). Auch an den Flughäfen Frankfurt und München kam es bereits zu Flugausfällen durch Schneefälle in Paris und Amsterdam.
Straßenverkehr und Winterdienst
Zwar sind bundesweit rund 6.300 Straßenwärter im Einsatz und die Salzlager gefüllt, dennoch ist mit erheblichen Behinderungen zu rechnen. In Niedersachsen kam es bereits zu einem tödlichen Unfall durch Straßenglätte. In Hamburg wurde die Köhlbrandbrücke aufgrund rutschiger Fahrbahnen vorsorglich gesperrt. Um die Sicherheit der Fußgänger zu gewährleisten, hat die Stadt Hamburg das generelle Streusalzverbot für Privatleute vorübergehend bis zum 21. Januar aufgehoben.
Schulausfälle
In Hamburg, Bremen und weiten Teilen Niedersachsens sowie Schleswig-Holsteins fällt der Präsenzunterricht aus. Die Schulen weichen, sofern möglich, auf Distanzunterricht aus.
Technische Herausforderungen für Ihr Fahrzeug
Ein Schneesturm wie Elli belastet die Fahrzeugkomponenten weit über das normale Maß hinaus. Als IT-affiner Autofahrer wissen Sie, dass Systeme nur so zuverlässig sind wie ihre schwächste Komponente.
- Batterieversagen bei Extremkälte: Bei Temperaturen von -20 Grad verliert eine Autobatterie massiv an Kapazität. Chemische Prozesse verlangsamen sich, was besonders bei älteren Akkumulatoren zum Totalausfall führt.
- Gefrierender Regen und Schlösser: In Niedersachsen wird vor gefrierendem Regen gewarnt. Dies kann nicht nur zu spiegelglatten Straßen führen, sondern auch Türdichtungen und Schließmechanismen blockieren.
- Schneebruch und Lackschäden: Die Warnung vor Schneebruch in Wäldern gilt auch für Fahrzeuge, die unter Bäumen parken. Herabstürzende Äste durch die hohe Schneelast stellen eine reale Gefahr dar.
- Betriebsflüssigkeiten: Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage und im Kühlsystem müssen für die angekündigten -20 Grad ausgelegt sein. Ein Einfrieren des Kühlmittels kann zum Motorschaden führen.
Sicherheitswarnungen der Behörden
Die Krankenhäuser im Norden melden bereits jetzt ein erhöhtes Aufkommen an Knochenbrüchen und Sturzverletzungen. Kliniken wie das UKE in Hamburg oder die Asklepios Harzklinik in Goslar bereiten sich mit Reserveärzten und zusätzlichen OP-Kapazitäten auf die Lage vor.
Zusätzlich wird vor dem Betreten von Eisflächen gewarnt, da diese noch nicht stabil sind. In Hannover ist das Betreten des Maschsees ausdrücklich verboten. Auch Parks wie „Planten un Blomen“ in Hamburg oder Friedhöfe wurden wegen akuter Schneebruchgefahr geschlossen.
Fazit: Vorbereitung ist alles
Sturmtief Elli wird den Norden noch bis Mitte nächster Woche fest im Griff haben. Auch wenn eine leichte Milderung in Sicht ist, bleibt die winterliche Lage bestehen. Für Autofahrer bedeutet dies: Prüfen Sie die Wintertauglichkeit Ihres Fahrzeugs kritisch, bevor die Temperaturen auf -20 Grad fallen.
Quellen:
* NDR: Sturmtief „Elli“: Deutscher Wetterdienst warnt vor starken Schneeverwehungen (Stand: 08.01.2026). * Tagesschau: Extremes Winterwetter: Deutschland rüstet sich für Sturmtief „Elli“ (Stand: 08.01.2026). * DIE ZEIT: Winterwetter: Sturmtief Elli bringt noch mehr Schnee und Eis (Aktualisiert: 08.01.2026).
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